Gewidmet Ernst Zündel - Inhaftiert wegen Gedankenverbrechen

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Nachrichten-Archiv    Druckansicht 17. Februar 2007   
 

Ernst Zündel
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Ein offener Brief von Gerd Honsik über das Zündel-Urteil

Geschätzter Herr Richter Meinerzhagen!

Ich bin enttäuscht über Ihr Urteil und dessen Begründung im Zündelprozeß.

1. Enttäuscht über das Urteil von sieben Jahren Kerker für eine Meinung: Dies ist die höchste und unmenschlichste Strafe, die jemals im nichtkommunistischen Europa und in Friedenszeiten für eine Meinungsäußerung während der letzten 150 Jahre verhängt worden ist. Denn nicht zu fünf Jahren Kerker haben Sie Zündel verdammt, sondern zu sieben Jahren, indem Sie ihm die zwei Jahre kanadischer Folterhaft nicht "angerechnet" haben, obwohl Sie nur zu gut wußten, daß diese Haft in kausalem Zusammenhang mit seiner Bitte um Sachbeweise für den Holocaust stand. Sie können Ihre Hände also auch diesbezüglich nicht in Unschuld waschen.

2. Enttäuscht bin ich aber auch, daß Sie dieses Urteil mit einer Unwahrheit zu begründen suchen, indem Sie behaupten, Ernst Zündel wäre "Antisemit" und "Judenhasser".

Wahr ist vielmehr, und das wissen Sie aus seinen Briefen, daß Ernst Zündel Pazifist, Philanthrop und Humanist ist, der immer wieder auch freundschaftlichen Kontakt zu jüdischen Persönlichkeiten unterhalten hat. Sie wissen auch nur zu gut, daß Ernst Zündel, selbst in der Haft, noch von zwei befreundeten jüdischen Universitätsprofessoren, nämlich Professor Daniel McGowen und Professor Henry Herzkovits besucht worden ist.

Daher mußte Ihnen klar sein, daß, wenn er in seinen Schriften gelegentlich "die Juden" kritisierte, er niemals alle Juden, sondern stets nur die jüdische Nomenklatur meinte, was in angelsächsischen Ländern gesondert herauszuheben meist nicht für notwendig gehalten werden muß. Sie mußten also damit rechnen, daß Sie mit Ihrer Lüge nicht durchkommen!

In der gegenwärtigen Weltlage nun fürchte ich die Gefahr einer Globalisierung des Antisemitismus und ich stelle fest, daß deutsche Revisionisten, Zündel eingeschlossen, bei ihrer sachlichen Forderung nach Beweisen bisher niemals das Existenzrecht des jüdischen Staates mit ihren Nachforschungen verknüpft haben. Was versprechen Sie sich nun davon, diese Sachlichkeit zu leugnen?

Ihre Verleumdung Zündels als Antisemiten und Judenhasser im Text des Gerichtsurteils, kann nicht im Interesse der Judenheit und der Gegner des Antisemitismus liegen, sondern wird vielmehr dem Antisemitismus in Deutschland, in Europa und draußen in der Welt, so fürchte ich, nur neue und ungerechte Nahrung geben helfen. Das ist Ihre Schuld.

Denn was Sie getan haben ist einmalig in der zivilisierten Welt:

Sie haben, nur um die rechtswidrige Verweigerung von Sachbeweisen in dem Verfahren zu bemänteln, mit Ihrer falschen Urteilsbegründung eine Straftat gesetzt, indem Sie gegen den Angeklagten wider besseres Wissen ein falsches Zeugnis geschoben haben.

Sie haben gelogen: Zündel war niemals Antisemit und niemals Judenhasser.

Es gibt schon genug Antisemiten auf dieser Welt, so daß Sie nicht noch neue hinzuerfinden brauchen.

Mit höflichen Grüßen

Gerd Honsik, http://www.honsik.com
im 15. Jahr des Exils
und im 26. Jahr der Bücherverfolgung



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